- Kaffeewissen
Kaffee richtig aufbewahren – ein total unterschätztes Thema.
Wir reden über Bioanbau, über Röstung, Mahlgrad, Zubereitung, ja sogar über die Wassertemperatur. Aber die wenigsten Kaffeefreaks machen sich Gedanken darüber, wie man seinen Kaffee am besten aufbewahrt. Und wundern sich dann, wo denn die Schoko-Nuss-Aromen abgeblieben sind. Einer der Lieblingsfails ist übrigens, Kaffee im Kühlschrank zu lagern – es sei denn, man mag Kaffee mit Käsearoma…
Kristin Oldenburg
Die vier Feinde des Kaffee-Aromas.
Kaffee ist ein Sensibelchen. Er hat grandiose Aromen, wie die Zimt-Schoko-Karamell-Noten bei unserem neuen Single Origin aus Honduras. Aber um sie voll und ganz genießen zu können, sollte man nicht nur auf eine möglichst optimale Zubereitung achten, sondern ihn auch gut vor äußeren Einflüssen schützen, denn das sind wahre Aromakiller.
Konsequent verhindern:
- Luft.
Der Sauerstoff in der Luft setzt einen Oxidationsprozess in Gang, durch den sich Aromen nach und nach verdünnisieren. Darum wird unser Kaffee – egal ob ganze Bohne oder fertig gemahlen – immer in luftdichten Aromaschutzbeuteln verpackt. - Feuchtigkeit.
Zu viel (Luft-)Feuchtigkeit lässt Kaffeemehl verklumpen oder sogar schimmeln. Ein weiterer Grund, warum Kaffee auf keinen Fall in den Kühlschrank gehört. - Sonnenlicht.
Ein schönes Glas auf der Fensterbank – und schon verabschieden sich die Aromen aus dem Kaffee. Das gleiche gilt auch für eine starke Beleuchtung (z. B. auf der Küchenzeile). - Wärme.
Ob Heizung, Herd (oder oben drüber), ein Platz an der Sonne: Wärme lässt den Kaffee schnell altern. Und dann schmeckt er nicht mehr. Also ist (normale) Zimmertemperatur angesagt. - Starke Gerüche in der Umgebung.
Kaffee nimmt sehr schnell Gerüche auf, darum nutzt man ihn z. B. beim Testen von Parfums als Geruchsneutralisator. Lagerst du aber deinen Kaffee in der Nähe eines leckeren, reifen Tilsiters, macht das definitiv keinen Spaß. Der Kaffee schmeckt dann nach Käse. Und auch deshalb gehört er auf keinen Fall in den Kühlschrank.
Will man sein Käffchen möglichst lange möglichst frisch und aromatisch halten, sollte man diese Aromakiller konsequent vermeiden. Und das geht am besten mit dem richtigen Aufbewahrungsgefäß.
Die gute alte Blechdose.
Kaffee lässt sich am besten als Bohne aufbewahren – aus dem einfachen Grund, dass die ungemahlenen Bohnen weniger Angriffsfläche bieten als Kaffeemehl. Darum sollte man, wenn möglich, auch immer nur so viel Kaffee frisch mahlen, wie man gerade aufbrüht. Hat man keine Kaffeemühle und nutzt gemahlenen Kaffee, sollte man ihn möglichst schnell verbrauchen – und ihn in einer Kaffeedose aus Metall mit richtig gut schließendem Deckel aufbewahren. Das gilt natürlich auch für die Bohnen.
Metalldosen – Keramik geht auch – sind geruchsneutral und lassen kein Licht durch. Der Verschluss sollte so luftdicht wie möglich sein. Am besten wie bei der Mount-Hagen-Kaffeedose: mit einer Gummidichtung und Bügelverschluss. Plastikdosen (die berühmte Tupperdose) sind nicht optimal, weil sie leicht Fremdgerüche annehmen und dann an den Kaffee abgeben.
Noch ein Tipp zum Lagerungsort: Kühl und trocken heißt die Devise. Also (nochmal) nicht im oder auf dem Kühlschrank, nicht im Regal über dem Herd, nicht bei den Gewürzen, nicht auf der Fensterbank. Lieber im Küchenschrank oder (wer hat) in der Speisekammer. Ideal ist: kühl, trocken und dunkel. Und niemals sollte der Kaffee in der Nähe stark riechender Lebensmittel wie Gewürzen oder Zwiebeln stehen – Kaffee nimmt Gerüche extrem schnell auf und wird dadurch ungenießbar.
Das Märchen vom Kaffee-Einfrieren.
Es gibt ja ab und zu im Netz die Empfehlung, Kaffee einzufrieren, dann hielte das Aroma länger. Naja. In Ausnahmefällen kann man Bohnen portionsweise tiefkühlen. Wenn – und nur dann – sie Aroma-safe verpackt sind. Das ist aber wirklich eine Notlösung, wenn du besonders große Mengen aufbewahren musst. Besser wird der Kaffee davon definitiv nicht.
Kurz, die optimale Lagerung von Kaffee sieht so aus:
- Luftdichte, lichtundurchlässige Dosen aus Metall verwenden.
- Kühler, trockener Ort, weit weg von Gewürzen, Hitzequellen und Licht.
- Kaffeedosen direkt nach der Entnahme wieder gut verschließen.
- Kühlschrank ist ein No-go.
Wenn du diese einfachen Regeln befolgst, kann deinem Kaffee nichts passieren und du kannst dich voll und ganz seiner Zubereitung widmen. Dazu haben wir – wie könnte es anders sein – natürlich auch eine ganze Menge zu erzählen. Schau doch mal hier:
„Der Espressokocher – alles, was man darüber wissen sollte“
„Wie man seinen Siebträger richtig einstellt“
„Was ist eigentlich die beste Art, Kaffee zu kochen? Hier sind die Tipps“